Werkstattverfahren "Barrieren überwinden" - Der Weg vom Rathaus zum Deutschen Hygiene Museum, Dresden

Partner:
EIBS Entwurfs - und Ingenieurbüro Straßenwesen GmbH
Wettbewerb:
1. Preis
Planung:
2011

IDEE
Städtische, in ihrer Nutzung gegensätzliche Räume in Beziehung zu setzen, heißt für uns, die Eigenarten der Räume miteinander gestaltend und für den Menschen wahrnehmbar, als Spuren in Raum und Zeit zu verbinden. Der Entwurf soll  die im Leitbild Innenstadt formulierte Stärkung der Verbindungsachsen zwischen der Innenstadt und den großen Landschaftsachsen initiieren.

ALLEEN_ BAUMBESTAND
Der vorhandene Baumbestand aus dem Großen Garten heraus mit Hauptallee, Herkulesallee, wird fortgeführt und gestärkt. Die Alleen begleiten neu entstehende Boulevards, die die unterschiedlichen Zeiten, Themen, historischen Zusammenhänge und städtebauliche Geschichte vernetzen und vereinen. Der historische Bezug zur Lingnerallee wird respektiert, sollte aber nicht  mehr offensiv fortgeführt werden, da die Lingnerallee im städtebaulichen Kontext ihre  übergeordnete Rolle verloren hat.

STADTFOYER_ HYGIENEMUSEUM
Mit dem Stadtfoyer wird ein markantes und zugleich verteilendes Element im Geflecht der ankommenden und weiterführenden Alleen vorgeschlagen. Das multifunktional benutzbare Stadtfoyer sammelt und verteilt. Es bietet, unter einem lockeren Hain aus Bestandsbäumen, Raum zum Treffen, Verweilen und Informieren. Zugleich erhält das Hygienemuseum damit einen Platz, der die Gäste empfängt und zum Eingang führt. Das Stadtfoyer und die Präsenz Hauptallee eröffnen dem Hygienemuseum eine gänzlich neue Form des öffentlichen Zuganges. Der Vorbereich des Hygienemuseums wird nach gartendenkmalpflegerischer Zielstellung wiederhergestellt, die Gehwege und  Zufahrten erneuert. Der großzügige Wasserspiegel vor dem Museum – Wasser als stofflicher Kontext im Sinne von „Hygiene“ ,könnte, jedoch als Option, ebenfalls  das moderne Entree des Museums
repräsentieren.

HERKULESALLEE_SKATERPARK
Die Herkulesallee ist Initial für die gerichtete Gesamtstruktur des Entwurfs und wird bis zur St. Petersburger Straße als Allee geführt. Hier ist der Skaterpark integriert. Die Erweiterung wird im Bereich des Torhauses mit der Hockeyfläche gesehen.  Auf der derzeitigen Hockeyfläche wird das Skatepool vorgeschlagen.  In diesem Bereich ist die Lärmbelastung in Bezug auf künftige Wohnbauentwicklungen vermutlich geringer einzuschätzen.
Das Torhaus soll   saniert ein Angebot für Aufenthalt bieten.

BLÜTENTEPPICH_BOULEVARD
Die gestalterische Klammer zwischen Herkulesallee im Centralpark und dem Rathausvorplatz bildet der große Blütenteppich, der sich vom Rathaus in Richtung Großer Garten entrollt. In seiner Gerichtetheit und Fortführung der Wege- und Blickbeziehungen, zeigt er zugleich auch die Verbindung als großartigen Blickfang vom Großen Garten hin zum Rathaus. Aus Sicht der Verfasser ermöglicht diese große gestalterische Gesten die gewünschten Effekte einer Aufmerksamkeit für Flaneure und Autofahrer. Der Blütenteppich wird vor dem Rathaus in Richtung Großer Garten ausgerollt es erwachen Gartenbilder, die traditionell mit Dresden verbunden sind. Die zeichenhafte florale Geste lässt Raum für Sehnsucht nach Schönheit und Natur.

RATHAUSVORPLATZ_ PROMENADENRING_ BASTION JUPITER
Der Rathausvorplatz versteht sich als Auftakt und Zielpunkt hinsichtlich der Wege- und Blickbeziehungen. Die ehemalige Bastion Jupiter wird heute durch den Rathausvorplatz überlagert. Der konsequente Einsatz von Naturmaterialien setzt gestalterisch (Stein – Granit / Sandstein) das Herauswachsen des urbanen Raumes aus der Bastion Jupiter hin in den Gartenraum – den Großen Garten um. Es verzahnt sich mit dem Blütenband – der Natürlichkeit, die aus dem Großen Garten herausströmt, hinführt zum Zentrum der Stadt.