Freiraumgestaltung und Verkehrsanlagen im Entwicklungsbereich Umfeld Eichplatz in Jena

Partner:
EIBS Entwurfs - und Ingenieurbüro Straßenwesen GmbH
Wettbewerb:
VOF - Verfahren, 3. Rang
Planung:
2013

Der historischen Intention folgend, werden die Johannisstraße und die Kollegiengasse in ihrer Gestaltung und im Querschnitt der Thematik „Straße„ vorgeschlagen. Mit dem 3cm hohen Bord  lassen sich die leichten Winkelabweichungen des historischen Stadtgrundrisses sensibel nachzeichnen und die Linienführung Ost-West wird unterstrichen. Die klassische Materialität Kleinpflaster mit seiner Rauhigkeit, der Geschichte nachspürend, wirkt stadtteilverbindend. Die Laufwege entlang der Fassaden werden in Natursteinplatten mit geflammter Oberfläche vorgeschlagen.

Die querenden Gassen  der Fußgängerbereiche zeigen den neuen modernen Tenor der städtebaulichen Entwicklung. Die Verwendung von groß-und mittelformatigen Granitplatten ermöglichen die Planung eines modernen klar strukturierten Stadtbodens. Die oberirdische  Führung der Entwässerung mittig der Gasse wirkt gliedernd und betont deren Mittellinie.

Insgesamt entsteht eine unaufgeregte, homogene  Oberfläche mit hoher Wertigkeit und Eleganz. Mosaikpflasterstreifen lassen flexible Lösungen der Fassadenanschlüsse zu. Somit erhalten einerseits die „Straßen“ und andererseits die „Gassen“ jeweils eine einheitliche Gestaltsprache in einem warmen, hellgrauen, feinkörnigen Granit. Die Rathausgasse weitet sich zu einem kleinen feinen Platzraum auf, der sehr viele unterschiedliche Richtungen  in sich vereinen muss. Diese Piazetta bietet einen ruhigen Plafond für das historische Rathaus und die angrenzenden Gebäude aus jüngster Vergangenheit und der geplanten Neubebauung. Die eingelegte Kalksteinintarsie ist eine Reminiszenz an die ortsstypische Materialität der Keilberge.

Der Kirchplatz an St. Michael“  bezieht seinen Charme aus seiner historischen Pflasterung, genau dem Charme, den wir an italienischen Plätzen und Gassen so lieben und schätzen. Aus diesem Grund und der Denkmalwürdigkeit bleibt die Pflasterung erhalten und wird, wo nötig repariert.

Ein dort platzierter Trinkbrunnen soll dieses mediterrane Flair unterstreichen.

Im Bereich der Johannisgasse wird eine Fortführung der offenen Entwässerungsrinne als lebendiges Bild des Leutrawassers in der Stadt vorgeschlagen.

Erhaltenswerter Baumbestand und Neupflanzungen schließen die aufgeweiteten Stadträume. Die in der Rathausgasse vorhandenen Linden sollen kastenförmig geschnitten werden und ebenfalls durch formierte Linden als „Lindenpassage“ ergänzt werden. Die Baumpflanzungen werden den Verweilcharakter unterstreichen und das Spiel der Jahreszeiten erlebbar werden lassen.

Anregungen aus der formatio jenensis wurden übernommen, insbesondere hinsichtlich der modernen, zurückhaltenden  Ausstattung und Leuchten dürfte das im Interesse der Stadt Jena liegen.  Es wird Angebote zum Sitzen im öffentlichen Freiraum geben, jedoch werden die Angebote aus den Cafes heraus, das städtische Leben inszenieren.