Umgestaltung des Bahnhofsplatzes in Dinslaken, Nichtoffener städtebaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

Partner:
EIBS Entwurfs- und Ingenieurbüro Straßenwesen GmbH
Wettbewerb:
Teilnahme, 2. Rundgang
Planung:
2015

STÄDTEBAULICHE EINBINDUNG

Der Entwurf sucht eine Antwort auf die gegenwärtig städtebaulich fehlende Maßstäblichkeit des Bahnhofsvorplatzes. Er räumt das verstellte Bahnhofsumfeld auf und klärt freiraumplanerische Qualitäten.
An vorhandene orthogonale Richtungen und Bezüge der Wilhelm-Lantermann-Straße, den Bahnstrukturen sowie den Ostfassaden des Platzes wird angeknüpft und die freiraumplanerische Struktur des Bahnhofsumfeldes entwickelt.
Eine großzügige, barrierefreie Mitte prägt den Entwurf. Mit ihrer gestreckten Form ist diese Esplanade vermittelndes Element zwischen Bahnhof und Stadtraum und definiert ihre Beziehung neu. Sie ist fließender Raum, der jegliche Form von Transit, Bewegung und Mobilität ermöglicht.

VERKEHRSKONZEPT

Das neu gestaltete Bahnhofsumfeld tritt klar und aufgeräumt in Erscheinung um seiner Funktion als Eingangs- und Ankunftsbereich gerecht zu werden. Die Arrangierung der nötigen Funktionsflächen an den Seiten ermöglicht eine freie, fußgängerdominierte Mitte.
Im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Bahnhofplatzes werden die verkehrlichen Funktionen aller Verkehrsträger ÖPNV (Bahn, Bus), MIV und Taxiverkehr neu geordnet, um sie sowohl funktionell als auch gestalterisch in den gesamten Planungsansatz integrieren zu können.
Der grundlegende Planungsansatz geht von der Separierung der Straßenbahn vom Busverkehr und MIV aus. Die Straßenbahn ist Bindeglied zur Stadt und manifestiertes Sinnbild für Bewegung und Transit. Der neu gegliederte Busbahnhof wird an der Westseite des Vorplatzes eingeordnet. Alle neun Bushaltestellen können unabhängig voneinander angefahren werden.
Für Taxen und Anlieferung ist eine, bis vor das Bahnhofsgebäude geführte, Fahrschleife vorgesehen. Über die Bahnstraße kommend, zum Wartebereich östlich des Bahnhofes folgt die Überfahrt am Haupteingang und die Abfahrt über den Bereich der Busse. Park + Ride Stellplätze liegen im Bereich der ehemaligen TRAM Wendeschleife. Langfristig ist hier auch Platz für ein mögliches Parkhaus.

GRÜNSTRUKTUR

Das entworfene landschaftsarchitektonische Grundgerüst generiert die Setzungen der Gehölze. Rhythmus und Bewegung spielen die entscheidende Rolle. Großzügige Gehölzstrukturen im westlichen Bereich prägen den Busbahnhof und geben gleichzeitig als neue Raumkante der Esplanade ihre Proportion. Das Raumerlebnis wird durch den gezielten Kontrast zwischen offen und geschlossen eindeutig.
Parallel zu den Gleisanlagen werden in den Funktionsbereichen lockere Gehölze gesetzt. Entlang der Straßenzüge erfüllen durchgehende Baumreihen eine leitende Funktion. Die wichtigen Bezugsstraßen Wilhelm-Lantermann-Straße und Bahnstraße sind dabei als Allee ausgebildet. Vor dem Rathaus gliedern Formgehölze die Gestaltungsabsicht der Wilhelm-Lantermann-Straße.

MATERIALITÄT

Die großzügige Geste unterstützend erhält die Esplanade hochwertige großformatige Betonplatten. Die Funktionsbereiche Parken werden mit Betonsteinpflaster, die Stellplätze in Rasensteinen ausgeführt. Im Bereich des Busbahnhofes wird der Asphalt des Straßenraumes fortgesetzt. Der baumbestandene Platzbereich wird in wassergebundener Wegedecke hergestellt. Für den Kreuzungsbereich der Wilhelm-Lantermann-Straße/ Friedrich-Ebert-Straße wird eine konzeptbedingte Fortführung der Großfigur der Esplanade vorgeschlagen. Im Bereich der Fahrbahnen wird der Asphalt durch Betonplatten ausgetauscht. So kann die Sicherheit der Fußgänger erhöht werden, da ein Belagswechsel für den motorisierten Verkehr eine Aufmerksamkeit erhöht.